Vom Malen zum Schreiben – Gottfried Kellers Anfänge in den Studienbüchern und im „Tagebuch“
摘要
Wie kam es, dass Gottfried Keller, der sich als Jugendlicher in den Kopf setzte, Kunstmaler zu werden, schließlich Dichter wurde? Welche Dynamik bildet sich in den Anfängen von Kellers Schaffen zwischen bildender Kunst und Literatur aus? Und wie reflektiert Keller selbst die medialen und institutionellen Bedingungen seiner künstlerischen Produktion? Diesen Fragen soll hier nachgegangen werden. Die Tatsache, dass Kellers Grüner Heinrich (1854/55) von einem werdenden Maler erzählt, lädt dazu ein, den autobiographisch geprägten Roman an den Beginn der folgenden Überlegungen zu stellen, die sich ungefähr mit den ersten zwölf Jahre von Kellers Künstler- und Dichterbiographie befassen. Doch die literarische Inszenierung im Roman zeichnet nur ein einseitiges Bild von diesen Anfängen. Konkreter greifbar werden sie in seinen nachgelassenen Schriften, insbesondere in den frühen Schreibbüchern und in seinem Tagebuch.