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Fremde Federn – Gottfried Keller und das Plagiat

  • Ursula Amrein

摘要

Wer sich auf Kellers Beschäftigung mit dem Plagiat einlässt, erhält überraschend Einblicke in seine Werkstatt. Als junger Künstler erlebte er, wie sich andere mit seinen Ideen profilierten. Später ging er auf Distanz zu einem Literaturbetrieb, der Prestige jenem versprach, der sich am lautesten als „Originalgenie“ anzupreisen wusste. Am Ende seiner Laufbahn sah er sich von Philologen und Herausgebern bedrängt, die ihm die Werkherrschaft streitig machten. Keller kommt mehrfach auf die genannten Ereignisse zu sprechen. Er thematisiert sie in Briefen, bringt sie literarisch zur Darstellung und reflektiert sie poetologisch. Seine Plagiatserfahrungen verbindet er dabei mit grundsätzlichen Überlegungen zur Autorschaft sowie zu unterschiedlichen Formen der Aneignung, Tradierung und Transformation von Wissen, die bis heute aktuell geblieben sind.