Neue Sachlichkeit
摘要
Die Neue S. entstand nach 1920 in der Folge veränderter gesellschaftspolitischer und soziokultureller Konstellationen, v.a. der Erste Weltkrieg hatte eine Desillusionierung im Alltag wie in Kunst und Kultur in Gang gesetzt. Das Resultat waren ein sich von expressionistischer Vergeistigung absetzendes und stattdessen auf Transparenz, Durchlässigkeit und Nüchternheit zielendes Rationalitätsdenken sowie eine in vielen Feldern wirkende funktionale Sachlichkeitskultur und -ästhetik. In Kunst und Malerei, Theaterpraxis und Inszenierungsstil, Fotografie und Musik und nicht zuletzt in der Literatur folgte man einem modernisierten Realismus, dessen zentrale Merkmale Bericht- und Reportagestil, Dokumentarismus, Gebrauchscharakter, Zeitgebundenheit und Aktualitätsverpflichtung waren. Mit ihnen konnten neue zeit- und aktualitätsorientierte Genres etabliert werden. Insbesondere weibliche Autoren fühlten sich von einer realitäts- und alltagsnahen Gebrauchsliteratur angesprochen; auch mit Blick auf diese Verbindung von Versachlichung des Stils und weiblichem Schreiben war die Neue S. in der gesamten Zeit der Weimarer Republik als „Zeitbewegung“ präsent.