Großbritannien
摘要
Bis 1914 standen viele Briten Deutschland aufgeschlossen gegenüber, im Ersten Weltkrieg aber wurde ‚The Hun‘ zur abschreckenden Propagandagestalt. Nach dem Krieg dominierte eine Polarisierung der öffentlichen Meinung, gerade auch in Hinblick auf die Folgen des Versailler Vertrags. Deutsche Literatur und Filme rückten dann im Verlauf der zwanziger Jahre in Übersetzungen in den Vordergrund. Das ermöglichte unter anderem einen Bruch mit den stereotypen Vorstellungen hinsichtlich deutscher Soldaten (Remarque, Im Westen nichts Neues), und grenzüberschreitende Erfahrungen der Nachkriegsmoderne wurden nachvollziehbar (Baum, Menschen im Hotel). Berlin spielte als ‚Labor der Moderne‘ in der britischen Imagination bis in die dreißiger Jahre eine große Rolle; unter jüngeren Besuchern oft auch in Konkurrenz mit anderen europäischen Metropolen. Berlin und die Weimarer Republik weckten mit der Wiedervereinigung 1990 erneut das akademische Interesse, wobei seit dem auch neue Themen wie Konsum, Sport, Massenkultur und Queer Studies ins Spiel kommen. Ausstellungen, vor allem aber Events bedienen nach wie vor häufig den Mythos der zwanziger Jahre in Berlin.