Selbstverständnis und Wissensvermittlung in jüdischen Kreisen
摘要
1925 lebten im Deutschen Reich etwa 550.000 jüdische Bürger/innen, was 0,9 % der Gesamtbevölkerung ausmachte, eine kleine Gruppe also, deren Bedeutung für das Denken und die Kultur der Zeit aber nicht unterschätzt werden sollte (vgl. Barkai/Mendes-Flohr/Lowenstein 2000, 37). Allerdings verbirgt diese Statistik in ihrer Sachlichkeit die nicht leicht zu beantwortende Frage nach der Eingrenzung der Gruppe. Was ist denn spezifisch jüdisch an dem jüdischen Denken in der Weimarer Republik, das sich in deutscher Sprache ausdrückt und von dem deutschen Umfeld maßgeblich geprägt ist? Die Frage stellt sich besonders zu einem Zeitpunkt, in dem das Bekenntnis zum Judentum bei Menschen, die aus einer Familie mit einem jüdischen Hintergrund stammten, sehr unterschiedlich ausfiel. Im vorliegenden Kapitel geht es um Intellektuelle, die sich öffentlich zum Judentum bekannt oder mit der jüdischen Tradition auseinandergesetzt haben.