Vagabund/innen und Landleben
摘要
Während in den urbanen Zentren der Weimarer Republik politische, soziale, technische und kulturelle Umbrüche das Leben bestimmten, prägten Ruhe und Beharrung die ruralen Räume und die sie durchziehenden Landstraßen, auf denen zwischen 1918 und 1933 Vagabund/innen – lose Leute, die aus den unterschiedlichsten Gründen ein nicht-sesshaftes Leben führten – unterwegs waren. Die Verbindung des Vagabundentums mit dem Landleben lässt sich u. a. an den sog. Monarchen auf der Insel Fehmarn nachvollziehen. Diese Landarbeiter/innen, die bereits seit der Jahrhundertwende alljährlich auf die Ostseeinsel kamen, um bei der Ernte zu helfen, wurden dabei zeitweise in das örtliche Landleben integriert, das sie durch ihre zum Teil schillernden Persönlichkeiten und Lebensgeschichten sowie eigene dichterische Aktivitäten bereicherten (vgl. Wiepert 1982).