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Exotismus/Primitivismus

  • Nicola Gess,
  • Elisabeth Heyne

摘要

Bei Exotismus und Primitivismus handelt es sich um europäische Diskurse und Kunstströmungen, die von einer ambivalenten Faszination für das (außereuropäische) Fremde, positiver und negativer Stereotypisierung des ‚Anderen‘ sowie Selbstkritik und Rassismus geprägt sind. Beide sind in kolonialen bzw. postkolonialen Kontexten zu verorten. Für die Weimarer Republik ergibt sich eine spezifisch moderne Konstellation von Exotismus und Primitivismus, die aus der historischen Situation nach dem Ende des deutschen Kolonialismus, der ökonomischen und politischen Dynamik einer kapitalistisch organisierten Massengesellschaft, verändertem Konsumverhalten und technologischer Entwicklung hervorgeht: In dieser Konstellation geht es einerseits um die warenförmige Verfügbarmachung des Fremden und der ihm zugeschriebenen Ästhetik, den kolonialen Konsum sowie die Einverleibung, Präsentation und den Zugang zu nicht-europäischen Objekten. Andererseits geht es um die gleichzeitige Hinwendung zu einem als fremd empfundenen Denken und Gestalten als Möglichkeit, sich eine Welt jenseits der europäischen Moderne – ob nun sozio-ökonomisch oder ästhetisch – zu imaginieren.