Verkehr und Automobile
摘要
Die Weimarer Republik zeichnet sich durch einen exponentiellen Anstieg des motorisierten Individualverkehrs und dessen Folgen aus. Was in Sozial- und Medienkulturgeschichte unter Begriffen wie Industrialisierung, Masse und Technisierung des Alltags und mit Blick auf Film und Großstadtleben als Kultur im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit diskutiert wird, findet im Automobil eine in der Literaturgeschichte bislang noch wenig berücksichtigte reale wie symbolische Einflussgröße auf das Lebensgefühl der Roaring Twenties einerseits sowie auf die Dynamisierung der Wahrnehmung und deren Darstellung in der Literatur andererseits. Die Vervielfältigung der Anforderungen beschleunigter Lebensverhältnisse zwischen Hochgefühl und Katastrophe findet im Automobil ein Motiv, in das die Rückwirkungen der Beschleunigung auf die Wahrnehmung des Subjektsein geschrieben sind und in vielen Romanen und Gedichten reflektiert wird.