Einleitung
摘要
Denkt man an das Deutschland der 1920er Jahre, kommt man am Mythos der Goldenen Zwanziger nicht vorbei, der sich um Bubiköpfe, Revuen, Jazz, Kino und Berlin rankt und außerdem eine gewisse Frivolität sowie ein verklärt-verwegenes Bild der Halbwelt impliziert. Denkt man an das Deutschland der Weimarer Republik, verbindet man damit auch die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und vor dem Nationalsozialismus, die von Kriegsversehrten, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise und enormen politischen Spannungen geprägt war (Hoeres 2008, 8). ‚Glanz‘ und ‚Elend‘ sind die festen Topoi, die das Bild der Epoche von 1919 bis 1933 prägen, und zwar auch dort, wo dieses Schema dekonstruiert wird, um ihre zahlreichen Grautöne in den Blick zu rücken (Hung/Weiss-Sussex/Wilkes 2012). Dies zeigt sich auch an Popularisierungen wie Volker Kutschers in dieser Zeit situierten Kriminalromanen oder der Ausstellung Glanz und Elend in der Weimarer Republik in der Frankfurter Kunsthalle Schirn (Pfeiffer 2017).