Design als Handwerk
摘要
„A great carpenter isn’t going to use lousy wood for the back of a cabinet, even though nobody’s going to see it“ (Klinke 2010, 7, Anm. 12). Dieser von einem ehemaligen Mitarbeiter überlieferte Satz von Steve Jobs über seine ersten iPhones wird meist in zweierlei Hinsicht interpretiert: Zum einen als Credo eines strikt modernen, d. h. mit hohem Gestaltungsethos konzipierten Designs und zum anderen als Beleg für die Tatsache, dass Steve Jobs kein unternehmerisch denkender Mensch war, sondern sich selbst als Künstler sah. In der Metapher eines handwerklichen Produkts und seiner Entstehung – der ‚Schrank‘ vom guten Handwerker – ist zunächst die soziale Utopie eines selbstbestimmten Arbeitens aufgehoben, wie sie auch Richard Sennett (2008, 33) beschreibt: „Handwerkliches Können hält zwei emotionale Belohnungen für den Erwerb von Fähigkeiten bereit: eine Verankerung in der greifbaren Realität und Stolz auf die eigene Arbeit“. Dazu gehört die Sinnlichkeit des körperlichen Tuns, v. a. auch im Gegensatz zur Produktionsform aller Digitalisate (vgl. Burkhardt 2016) und ebenfalls im Gegensatz zu einem rein ökonomischen Denken, das auf Zinsgewinn basiert. In diesem Spannungsfeld sind die komplementären Definitionen von Design und Handwerk zu verorten, aus denen sich designhistorisch wie -theoretisch diverse Diskussionen ergeben.