Designtheorie
摘要
Designtheorie lässt sich im Bezugsfeld moderner Gestaltungsweisen der spezifischen Designpraxis gegenüberstellen. Damit betont sie gleichermaßen einen einzelnen Zugriff auf gestalterische Phänomene und ihre theoretischen Interdependenzen und umfasst ebenfalls methodisch-systematische Formulierungen von empirischen Aussagen zu individuellen Gestaltungserscheinungen. Eine sich in den letzten Jahren autonom entwickelte Designtheorie zeigt sich dabei als geeignet, theoretische Modelle zu entwickeln und zu etablieren und designwissenschaftlichen Vorgehensweisen ein Vokabular zu verleihen, ihnen begriffliche Form zu geben oder ihre Erkenntnisse zu antizipieren. Dabei ist die Designtheorie in ihren Einflüssen nicht nur auf die Designpraxis ausgerichtet, sondern zeigt sich als ein manifester Bestandteil einer sich ebenfalls progressiv aufstellenden Designforschung, die ihrerseits durch die Individualfelder u. a. des Produkt- und Industriedesigns, Kommunikationsdesigns, Mediendesigns und der Illustration maßgeblich akademisch wie auch praktisch beeinflusst wird. Ein designtheoretisches Theoriemodell, welche Ausrichtung es auch immer aufweisen mag, unterhält mit den reflexiv adressierten Objekten des Designs – in einer je spezifischen Gegenwart des Hier und Jetzt – stets auch eine komplexe Beziehung, sodass jenes alle Arten von betroffenen Disziplinen und ihren Wirklichkeiten – ohne deren Beschränkungen – ggf. zu komplettieren oder modellhaft zu strukturieren vermag. Obwohl Designtheorie einerseits, ausgehend von einem i. d. R. überaus diversen Set des Herangehens respektive der Annäherung, ihrem Gegenstand (‚Design‘) eine singuläre Bestimmung zuweisen kann, vermag sie doch andererseits nie ohne Bezug auf eine Vielfalt an theoretischen Prämissen auszukommen: von der Philosophie bzw. der Ästhetik und der Kunstwissenschaft – bzw. einer Vielfalt an geisteswissenschaftlichen Fächern – über kultur-, sozial- und medienwissenschaftliche Ansätze bis hin zu psychologischen, psychophysischen wie auch natur- und ingenieurwissenschaftlichen Überlegungen. Wobei sogleich zu präzisieren ist, dass dieser Bezug nicht notwendig bedeutet, dass Designtheorie sich auf eine Seite dieser Disziplinen schlagen muss. Der Designtheorie steht somit auch eine Designwissenschaft gegenüber, die sich generell als eine Metaperspektive zeigt, in welcher Schulen, Disziplinen und Forschungsweisen sich je individuell mit Gestaltung auseinandersetzen. Designtheorie, bezieht sie ihre Modelle und theoretischen Sachverhalte aus einem designwissenschaftlichen Bezugssystem, zeigt sich eher als eine reflexive ‚Weise‘ denn als eine experimentell praktizierende Forschung. Tatsächlich ist Designtheorie dabei gewissermaßen diskursiv offen, und in der Tat gründen die vielfältigen Bezüge des designtheoretischen Vorgehens nicht in einem solitären Kern einer im Vorfeld determinierten Fachlichkeit, sondern speisen sich rein aus dem Punkt ihrer Relevanz für das jeweilige theoretische Verstehen von Design schlechthin. Es gibt mithin keine monolithische Designtheorie, vielmehr einen Fächer buchstäblich interdisziplinärer, intradisziplinärer sowie transdisziplinärer – und ‚designtheoretisch‘ genannter – Epistemologien.