Modelle gehören zu den wichtigsten Kulturtechniken der Menschheitsgeschichte und zu den zentralen Gegenständen einer Designwissenschaft. Wie andere Kulturtechniken, etwa Bilder, Zahlen, Schrift und Sprache, werden sie in sehr vielen unterschiedlichen Kontexten hergestellt und gebraucht. In der Vielfalt der Modelltypen, Modellbegriffe und Modellierungskulturen bilden sich die große Wichtigkeit und das generische Potential dieser Kulturtechnik ab. So werden Modelle in der Vermittlung verwendet, zur Erzeugung von Wissen, zum Entwurf und zur Planung, aber auch zur Reklamierung von Autorschaft oder Besitz, zur Verteidigung von Positionen und Ansichten, als Trophäen und Erinnerungen, zur Kontrastierung bestehender Verhältnisse, zur Rekonstruktion und Dekonstruktion, Analyse und Synthese, als Zwang und Befreiung usw. (vgl. Mahr 2015 für einen Überblick). Dabei kommen Modelle aller Aggregatzustände zur Anwendung, von materiellen Modellen über bildhafte, zu Software- und Computermodellen, mathematischen, konzeptuellen und theoretischen Modellen. Eine der Konstanten der Modelltheorie ist die Frage, ob alle diese Anwendungszusammenhänge Gemeinsamkeiten aufweisen, anhand derer sie übergreifend der Klasse der Modelle zugeschlagen werden könnten.

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Modelle

  • Reinhard Wendler

摘要

Modelle gehören zu den wichtigsten Kulturtechniken der Menschheitsgeschichte und zu den zentralen Gegenständen einer Designwissenschaft. Wie andere Kulturtechniken, etwa Bilder, Zahlen, Schrift und Sprache, werden sie in sehr vielen unterschiedlichen Kontexten hergestellt und gebraucht. In der Vielfalt der Modelltypen, Modellbegriffe und Modellierungskulturen bilden sich die große Wichtigkeit und das generische Potential dieser Kulturtechnik ab. So werden Modelle in der Vermittlung verwendet, zur Erzeugung von Wissen, zum Entwurf und zur Planung, aber auch zur Reklamierung von Autorschaft oder Besitz, zur Verteidigung von Positionen und Ansichten, als Trophäen und Erinnerungen, zur Kontrastierung bestehender Verhältnisse, zur Rekonstruktion und Dekonstruktion, Analyse und Synthese, als Zwang und Befreiung usw. (vgl. Mahr 2015 für einen Überblick). Dabei kommen Modelle aller Aggregatzustände zur Anwendung, von materiellen Modellen über bildhafte, zu Software- und Computermodellen, mathematischen, konzeptuellen und theoretischen Modellen. Eine der Konstanten der Modelltheorie ist die Frage, ob alle diese Anwendungszusammenhänge Gemeinsamkeiten aufweisen, anhand derer sie übergreifend der Klasse der Modelle zugeschlagen werden könnten.