Mittelalter
摘要
Die mittelalterlichen Autoren, vor allem diejenigen aristotelischer Couleur, behandeln, wenn sie Seelenlehre betreiben, in der Regel nicht das Mind-body-Problem der heutigen analytischen Philosophie. Bereits Peter King (2007) (auch Perler 2008) hat zu zeigen versucht, dass das Mind-body-Problem – anders als das Leib-Seele-Problem – kein mittelalterliches sei. Der Begriff der Seele (anima) ist im Mittelalter viel weiter gefasst als in der Neuzeit – die Seele ist nicht in erster Linie der Ort und Sitz des Bewusstseins, sondern das Lebensprinzip des Menschen oder jedes organischen Körpers. So ist die Seele nicht bloß mit dem Geist (intellectus) identisch, sondern sorgt als vegetative für die Lebensfunktionen der Ernährung und des Wachstums und als sensitive für die Sinneswahrnehmung. Die Seele ist dasjenige Moment, das aus dem menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Körper ein lebendiges Wesen macht. Der Intellekt hingegen ist ausschließlich der denkende Teil der Seele.