Antike
摘要
Die antike Philosophie kennt die Philosophie des Geistes nicht als eigenständige Teildisziplin. Was sich der heutigen Philosophie des Geistes zuordnen ließe, ist in der Antike Teil einer viel weiter gefassten philosophischen Lehre von der Seele. Auch die Bezeichnung ‚Psychologie‘ ist mit Vorsicht zu behandeln. Der griechische Ausdruck für Seele ist „psychê“; allerdings ist „psychê“ nicht mit dem Geist (engl. mind) gleichzusetzen. Die Seele ist nach antiker Vorstellung das Prinzip des Lebens schlechthin und wird häufig als das Unterscheidungskriterium zwischen Belebtem und Unbelebtem angesehen. Am besten lässt sich die antike Beschäftigung mit der Seele als ‚allgemeine Lebenswissenschaft‘ (‚general life science‘) bezeichnen. Die antiken Vorstellungen von der Seele lassen sich schematisch anhand von drei zentralen Aspekten sortieren, die teilweise zusammenhängen, aber nicht deckungsgleich sind: (1) Monismus/Dualismus, (2) Sterblichkeit/Unsterblichkeit, (3) Körperlichkeit/Unkörperlichkeit bzw. Materialität/Immaterialität der Seele. Der Beitrag stellt entlang dieser drei Aspekte die Positionen von Platon, Aristoteles sowie der Epikureer und Stoiker dar.