Für die kontinentaleuropäische postidealistische Religionsphilosophie spielen die Kontroversen zwischen Hegel und Schleiermacher sowie zwischen dem Links- und Rechtshegelianismus eine zentrale Rolle. Kierkegaard schreibt die Position Schleiermachers, der zufolge die Religion in einer von dogmatischen Fixierungen befreiten Gestalt für die Selbstverständigung des modernen Menschen unverzichtbar ist, mit seiner Konzeption der „indirekten Mitteilung“ des Religiösen in innovativer Weise fort. Das bloße Festhalten an tradierten Glaubensinhalten erscheint in der Moderne als ideologische Täuschung. Religion, dargestellt im religiösen Gefühl und existenziellen Erfahrungen, ist eine uneinholbare Sphäre, die gleichwohl gedacht und zum Ausdruck kommen muss. Während die kontinentale Philosophie dabei an den klassischen Konflikten der deutschen idealistischen Philosophie orientiert bleibt, entsteht gleichzeitig mit der Amerikanischen Philosophie des 19. Jahrhunderts eine neue Verständigung zwischen naturwissenschaftlichen, theologischen und ethischen Anforderungen, die ihre Herkunft u. a. aus der idealistischen Tradition erkennen lassen: Transzendentalismus (Emerson), aber zugleich unter Einschluss von Religion und Theologie wissenschaftstheoretisch neue Wege geht: Pragmatismus (William James), und über allem die moderne enzyklopädische Haltung der Forschung in the long run (Ch. S. Peirce).

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Postidealistische Religionsphilosophie im 19. Jahrhundert

  • Smail Rapic,
  • Hermann Deuser

摘要

Für die kontinentaleuropäische postidealistische Religionsphilosophie spielen die Kontroversen zwischen Hegel und Schleiermacher sowie zwischen dem Links- und Rechtshegelianismus eine zentrale Rolle. Kierkegaard schreibt die Position Schleiermachers, der zufolge die Religion in einer von dogmatischen Fixierungen befreiten Gestalt für die Selbstverständigung des modernen Menschen unverzichtbar ist, mit seiner Konzeption der „indirekten Mitteilung“ des Religiösen in innovativer Weise fort. Das bloße Festhalten an tradierten Glaubensinhalten erscheint in der Moderne als ideologische Täuschung. Religion, dargestellt im religiösen Gefühl und existenziellen Erfahrungen, ist eine uneinholbare Sphäre, die gleichwohl gedacht und zum Ausdruck kommen muss. Während die kontinentale Philosophie dabei an den klassischen Konflikten der deutschen idealistischen Philosophie orientiert bleibt, entsteht gleichzeitig mit der Amerikanischen Philosophie des 19. Jahrhunderts eine neue Verständigung zwischen naturwissenschaftlichen, theologischen und ethischen Anforderungen, die ihre Herkunft u. a. aus der idealistischen Tradition erkennen lassen: Transzendentalismus (Emerson), aber zugleich unter Einschluss von Religion und Theologie wissenschaftstheoretisch neue Wege geht: Pragmatismus (William James), und über allem die moderne enzyklopädische Haltung der Forschung in the long run (Ch. S. Peirce).