‚Leiden‘ bezeichnet das subjektiv leidvolle Erleben eines dem Subjekt Zustoßenden bzw. Widerfahrenden (Arndt 1980, 206), wobei das dem Subjekt Widerfahrende in dessen Außenrelationen und/oder (allein) in seinem Bewusstsein verortet sein kann. Zwar können auch Zustände der Passivität und Widerfahrnisse jeder anderen, also auch nicht leidvoller Art als Vorgänge des Leidens bzw. Erleidens bezeichnet werden, und Leiden kann sich auch auf Subjekte beziehen, die keine Lebewesen sind – etwa, wenn davon die Rede ist, dass Dinge Veränderungen erleiden –, und physischer Schmerz kann in Extremsituationen aus dem bewussten Erleben des Subjekts ausgeblendet sein. Von der reinen Passivität und vom physischen Schmerz unterscheidet sich indes Leiden im hier angenommenen, engeren Sinn des Wortes durch eine – wenn auch ggf. nur liminale – Dimension der Bewusstheit bzw. Reflexion (Angehrn 2003)

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Leiden

  • Jochen Schmidt

摘要

‚Leiden‘ bezeichnet das subjektiv leidvolle Erleben eines dem Subjekt Zustoßenden bzw. Widerfahrenden (Arndt 1980, 206), wobei das dem Subjekt Widerfahrende in dessen Außenrelationen und/oder (allein) in seinem Bewusstsein verortet sein kann. Zwar können auch Zustände der Passivität und Widerfahrnisse jeder anderen, also auch nicht leidvoller Art als Vorgänge des Leidens bzw. Erleidens bezeichnet werden, und Leiden kann sich auch auf Subjekte beziehen, die keine Lebewesen sind – etwa, wenn davon die Rede ist, dass Dinge Veränderungen erleiden –, und physischer Schmerz kann in Extremsituationen aus dem bewussten Erleben des Subjekts ausgeblendet sein. Von der reinen Passivität und vom physischen Schmerz unterscheidet sich indes Leiden im hier angenommenen, engeren Sinn des Wortes durch eine – wenn auch ggf. nur liminale – Dimension der Bewusstheit bzw. Reflexion (Angehrn 2003)