Der Artikel bietet erstens ein orientierendes Referat zu einigen historischen und logisch-semantischen Voraussetzungen dessen, was traditionellerweise als Theodizeeproblem bezeichnet wird, sowie zu ausgewählten klassischen und aktuellen Lösungsansätzen, die sich in Korrespondenz zu diesen Voraussetzungen im jüdisch-christlichen Einflussbereich etabliert haben: Ansätze, die typologisch entweder als eliminativistisch, als subjektivistisch- oder objektivistisch-reduktiv, als Kombination dieser beiden oder aber als paradox bzw. mystisch klassifiziert werden können. Er stellt zweitens eine systematische These zur Diskussion: Sofern und solange eine Theodizee (a) der Wirklichkeit des Übels in dessen striktester Form (dem sog. eschatologischen Übel) Rechnung tragen muss; und sofern und solange sie (b) unter den Bedingungen und in den Grenzen eines theistischen Gottesbegriffs argumentiert, ist jeder faktische und/oder denkbare Ansatz zur Lösung des Problems zum Scheitern verurteilt. Damit ist drittens weder behauptet noch ausgeschlossen, dass eine Theodizee unter anderen Bedingungen, oder als nicht-philosophische, erfolgreich sein kann. Offen bleibt ferner, ob es gute Gründe philosophischer oder sonstiger Art, gibt, die zweifelhaft erscheinen lassen, ob eine erfolgreiche Theodizee, so sie denn möglich wäre, überhaupt wünschenswert ist.

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Theodizee

  • Heiko Schulz

摘要

Der Artikel bietet erstens ein orientierendes Referat zu einigen historischen und logisch-semantischen Voraussetzungen dessen, was traditionellerweise als Theodizeeproblem bezeichnet wird, sowie zu ausgewählten klassischen und aktuellen Lösungsansätzen, die sich in Korrespondenz zu diesen Voraussetzungen im jüdisch-christlichen Einflussbereich etabliert haben: Ansätze, die typologisch entweder als eliminativistisch, als subjektivistisch- oder objektivistisch-reduktiv, als Kombination dieser beiden oder aber als paradox bzw. mystisch klassifiziert werden können. Er stellt zweitens eine systematische These zur Diskussion: Sofern und solange eine Theodizee (a) der Wirklichkeit des Übels in dessen striktester Form (dem sog. eschatologischen Übel) Rechnung tragen muss; und sofern und solange sie (b) unter den Bedingungen und in den Grenzen eines theistischen Gottesbegriffs argumentiert, ist jeder faktische und/oder denkbare Ansatz zur Lösung des Problems zum Scheitern verurteilt. Damit ist drittens weder behauptet noch ausgeschlossen, dass eine Theodizee unter anderen Bedingungen, oder als nicht-philosophische, erfolgreich sein kann. Offen bleibt ferner, ob es gute Gründe philosophischer oder sonstiger Art, gibt, die zweifelhaft erscheinen lassen, ob eine erfolgreiche Theodizee, so sie denn möglich wäre, überhaupt wünschenswert ist.