Unter den frühen elektrischen Tondokumenten, die das legendäre Klaviertrio Cortot– Thibaud–Casals in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre einspielte, ist die 1928 in London entstandene Aufnahme von Ludwig van Beethovens op. 97, des »Erzherzogtrios«, besonders aufschlussreich und beeindruckend. Alfred Cortot (*1877), Jacques Thibaud (*1880) und Pablo Casals (*1876) konzertieren zu diesem Zeitpunkt schon seit 23 Jahren zusammen; als weltweit gefragte Solisten stehen sie gleichsam im Zenit ihrer Karriere. Die Intensität und Tiefe ihres (Zusammen-)Spiels vermitteln sich auch nach beinahe 100 Jahren. Ein unvorbereiteter Hörer oder eine Hörerin des 21. Jahrhunderts wird – neben der Freude, dass sich ein solches Dokument überhaupt erhalten hat – allerdings auch ein gewisses Befremden empfinden über eine Reihe von Merkmalen, die aus heutiger Sicht zumindest unüblich erscheinen. Dazu gehören die Arpeggierung mancher Akkorde im Klavier, das sehr präsente und dichte Vibrato des Cellisten und die zahlreichen Portamenti, mit denen vor allem der Geiger nicht wenige Töne ansteuert.

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Geboren 1870 bis 1890 - Expression und Konstruktion

  • Andreas Meyer,
  • Frithjof Vollmer

摘要

Unter den frühen elektrischen Tondokumenten, die das legendäre Klaviertrio Cortot– Thibaud–Casals in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre einspielte, ist die 1928 in London entstandene Aufnahme von Ludwig van Beethovens op. 97, des »Erzherzogtrios«, besonders aufschlussreich und beeindruckend. Alfred Cortot (*1877), Jacques Thibaud (*1880) und Pablo Casals (*1876) konzertieren zu diesem Zeitpunkt schon seit 23 Jahren zusammen; als weltweit gefragte Solisten stehen sie gleichsam im Zenit ihrer Karriere. Die Intensität und Tiefe ihres (Zusammen-)Spiels vermitteln sich auch nach beinahe 100 Jahren. Ein unvorbereiteter Hörer oder eine Hörerin des 21. Jahrhunderts wird – neben der Freude, dass sich ein solches Dokument überhaupt erhalten hat – allerdings auch ein gewisses Befremden empfinden über eine Reihe von Merkmalen, die aus heutiger Sicht zumindest unüblich erscheinen. Dazu gehören die Arpeggierung mancher Akkorde im Klavier, das sehr präsente und dichte Vibrato des Cellisten und die zahlreichen Portamenti, mit denen vor allem der Geiger nicht wenige Töne ansteuert.