Bezugsrahmen sind metakognitive Modelle, durch die Forschende Phänomene in verständliche, erklärende Narrative rekonstruieren. Diese Rahmen leiten das Handeln der Forschenden, indem sie ihnen eine allgemeine Orientierung dafür geben, wie sie auf komplexe Phänomene blicken sollen. Sie gehören zur Klasse der Metacodes (allgemeine Annahmen) im Rahmen der Theoriebildung. Von den vier Bezugsrahmen sind intra-systemische und inter-systemische Bezugsrahmen kontext-frei. Die vorgenommenen Vergleiche beinhalten keine Beziehung der beteiligten Systeme zu ihren Kontexten. Dennoch wissen wir, dass alle biologischen, psychologischen und sozialen Systeme offene Systeme sind – sie sind in ihrer Existenz auf Austauschbeziehungen mit ihrer Umwelt angewiesen. Sie sind zutiefst kontextgebunden. Zwei weitere Bezugsrahmen passen hierher. Der individual-ökologische Rahmen betrachtet die fortlaufenden Austauschbeziehungen des Organismus mit der Umwelt. Der individual-sozioökologische Rahmen ist eine Erweiterung des individual-ökologischen Rahmens, da er dessen Struktur um die Rolle externer Steuerung durch zielorientierte Andere ergänzt. Das Selbstmodell von George Herbert Mead wird als Beispiel vorgestellt.

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Bezugsrahmen

  • Jaan Valsiner

摘要

Bezugsrahmen sind metakognitive Modelle, durch die Forschende Phänomene in verständliche, erklärende Narrative rekonstruieren. Diese Rahmen leiten das Handeln der Forschenden, indem sie ihnen eine allgemeine Orientierung dafür geben, wie sie auf komplexe Phänomene blicken sollen. Sie gehören zur Klasse der Metacodes (allgemeine Annahmen) im Rahmen der Theoriebildung. Von den vier Bezugsrahmen sind intra-systemische und inter-systemische Bezugsrahmen kontext-frei. Die vorgenommenen Vergleiche beinhalten keine Beziehung der beteiligten Systeme zu ihren Kontexten. Dennoch wissen wir, dass alle biologischen, psychologischen und sozialen Systeme offene Systeme sind – sie sind in ihrer Existenz auf Austauschbeziehungen mit ihrer Umwelt angewiesen. Sie sind zutiefst kontextgebunden. Zwei weitere Bezugsrahmen passen hierher. Der individual-ökologische Rahmen betrachtet die fortlaufenden Austauschbeziehungen des Organismus mit der Umwelt. Der individual-sozioökologische Rahmen ist eine Erweiterung des individual-ökologischen Rahmens, da er dessen Struktur um die Rolle externer Steuerung durch zielorientierte Andere ergänzt. Das Selbstmodell von George Herbert Mead wird als Beispiel vorgestellt.