EU-Sanktionen und der russisch-ukrainische Krieg: Strategien und Folgen
摘要
Mit Fokus auf die Sanktionspolitik der Europäischen Union gegen Russland von 2022 bis 2025 bewertet dieses Kapitel die Wirksamkeit der Strategie und deren weitreichende geopolitische Auswirkungen kritisch neu. Es wird argumentiert, dass die Sanktionen, die darauf abzielten, Russlands Kriegsanstrengungen zu schwächen und eine ausgehandelte Lösung zu erzwingen, ihre erklärten Ziele verfehlt haben und die strukturelle Inkohärenz der geopolitischen Ausrichtung der EU offenbart haben. Als Instrumente der Zwangsdiplomatie eingesetzt, haben die Sanktionen die Grenzen westlicher wirtschaftlicher Staatskunst im Kontext von Russlands nachgewiesener wirtschaftlicher Resilienz, seiner Hinwendung zu nicht-westlichen Handelspartnern und der raschen Konsolidierung einer Kriegswirtschaft verdeutlicht. Die Analyse hebt hervor, dass die EU unverhältnismäßige wirtschaftliche Folgen zu tragen hatte, die von Energieunterbrechungen bis hin zu industrieller Stagnation reichen, und wirft damit grundlegende Fragen hinsichtlich der strategischen Urteilsfähigkeit hinter ihren politischen Entscheidungen auf. Das Kapitel untersucht zudem den schwindenden diplomatischen Einfluss der EU, insbesondere ihre – gemeinsam mit der Ukraine erfolgte – Ausgrenzung von den von den Vereinigten Staaten geführten Waffenstillstandsverhandlungen 2025. Abschließend wird argumentiert, dass die Sanktionen den Eskalationszyklus eher verfestigt als abgeschwächt haben und dass das Festhalten der EU an einer scheiternden Strategie den dringenden Bedarf unterstreicht, ihre Rolle in der internationalen Nachkriegsordnung neu zu definieren.