Das „Othering“ muslimischer Frauen in westlicher Theorie und Repräsentation
摘要
Dieses Kapitel zielt darauf ab, den vorherrschenden westlichen und postkolonialen Diskurs über die Repräsentation muslimischer Frauen sowie deren Verhältnis zu Kleidung und Kleidungsstilen im modernen Zeitalter herauszufordern. Der erste Abschnitt hinterfragt das Konzept des Postkolonialismus im Hinblick auf die Aneignung islamischer Praktiken in einer modernen säkularen Zeit und liefert ein Argument dafür, warum eine solche Dekonstruktion der Bilder notwendig ist, um postkoloniale muslimische Frauen im östlichen und westlichen Diskurs sowie in literarischen Texten heute neu zu denken. Diese Analyse dekonstruiert die tief verwurzelte Darstellung muslimischer Frauen in westlicher Literatur, im Kino und in den Medien als hässliche, passive und unwissende verschleierte Frauen. Der hier vorgestellte Ansatz fordert Leser:innen und Theoretiker:innen dazu auf, über das westliche normative Paradigma hinauszudenken, das die unterdrückte, verschleierte, traditionelle Muslimin der emanzipierten, unverschleierten, modernen westlichen Frau gegenüberstellt. Es ist zu hoffen, dass dies zur Dekolonisierung der literarischen Landschaft muslimischer Eliteintellektueller beiträgt, die bislang überwiegend säkular geblieben ist und islamische Identität, Rituale und Praktiken, die in unterschiedlichen sozioökonomischen Kontexten verankert sind, ausschließt.