In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts hatten wohlhabende ägyptische Frauen sich in die vorherrschende Konsumkultur integriert. Sie hatten auf ihr nationales, langes, weites Gewand und den Mantel zugunsten eines vermeintlich schönen, kosmopolitischen (westlichen) Kleides verzichtet. Dennoch blieben verheiratete Frauen, die sich gewagt und freizügig kleideten und wie Männer einen aktiven Part in allen Bereichen des öffentlichen Lebens beanspruchten, nicht von Kritik verschont, insbesondere wenn sie die vorherrschende normative Weiblichkeit sowie die politische und soziale Hierarchie infrage stellten. Dieses Kapitel verfolgt erstens die umstrittene Repräsentation der modernen ägyptischen Frau und zweitens die intensive Diskursform der Sichtbarkeit und Teilhabe ägyptischer Frauen an der Öffentlichkeit, die mit der nationalen Befreiung einherging. Ich diskutiere die Schnittstellen zwischen nationaler, religiöser und sozialer Identität, die die Rezeption und Wahrnehmung der Körper und Subjektivität moderner ägyptischer Frauen im öffentlichen Raum bestimmten, anhand des Werdegangs zweier weiblicher Persönlichkeiten außerhalb des oberen Gesellschaftskreises in Bezug auf ihren Kleidungsstil und ihre Aufnahme in der Öffentlichkeit: Doria Shafik (1908‒1975) und Umm Kulthum (1898‒1975).

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Das postkoloniale Modell der modernen ägyptischen Frau: Nationalismus und Demokratie

  • Amany Abdelrazek-Alsiefy

摘要

In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts hatten wohlhabende ägyptische Frauen sich in die vorherrschende Konsumkultur integriert. Sie hatten auf ihr nationales, langes, weites Gewand und den Mantel zugunsten eines vermeintlich schönen, kosmopolitischen (westlichen) Kleides verzichtet. Dennoch blieben verheiratete Frauen, die sich gewagt und freizügig kleideten und wie Männer einen aktiven Part in allen Bereichen des öffentlichen Lebens beanspruchten, nicht von Kritik verschont, insbesondere wenn sie die vorherrschende normative Weiblichkeit sowie die politische und soziale Hierarchie infrage stellten. Dieses Kapitel verfolgt erstens die umstrittene Repräsentation der modernen ägyptischen Frau und zweitens die intensive Diskursform der Sichtbarkeit und Teilhabe ägyptischer Frauen an der Öffentlichkeit, die mit der nationalen Befreiung einherging. Ich diskutiere die Schnittstellen zwischen nationaler, religiöser und sozialer Identität, die die Rezeption und Wahrnehmung der Körper und Subjektivität moderner ägyptischer Frauen im öffentlichen Raum bestimmten, anhand des Werdegangs zweier weiblicher Persönlichkeiten außerhalb des oberen Gesellschaftskreises in Bezug auf ihren Kleidungsstil und ihre Aufnahme in der Öffentlichkeit: Doria Shafik (1908‒1975) und Umm Kulthum (1898‒1975).