Dieses Kapitel erörtert aus einer postkolonial-feministischen theoretischen Perspektive die Wahrnehmungen von Religion, Mode, weiblicher Handlungsfähigkeit und deren Stellung zur Kleidung muslimischer Frauen in der Moderne. Das Kapitel beginnt mit einem Überblick über das westliche moderne säkulare Denken und das Konzept der autonomen Wahl in Bezug auf weiblichen Dresscode und Mode. Anschließend wird die Konstruktion der traditionellen Kleidung nicht-westlicher muslimischer Frauen, insbesondere der Verschleierung, als Symbol für die Unterordnung muslimischer Frauen im öffentlichen Raum betrachtet. Abschließend stelle ich den oben genannten (orientalistischen) Diskurs infrage, der nicht-westliche muslimische Frauen als monolithisch unterdrücktes „Anderes“ darstellt. Mein Argument besagt, dass die universellen Theorien der Moderne, die nicht-westliche religiöse Praktiken und Rituale als inhärent unterdrückende vormoderne Praktiken im Vergleich zum europäischen Modernitätsmodell betrachten, hegemoniale Theorien sind, die nicht-westliche historische und kulturelle Erfahrungen ausschließen.

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Moderne, Mode und Handlungsmacht

  • Amany Abdelrazek-Alsiefy

摘要

Dieses Kapitel erörtert aus einer postkolonial-feministischen theoretischen Perspektive die Wahrnehmungen von Religion, Mode, weiblicher Handlungsfähigkeit und deren Stellung zur Kleidung muslimischer Frauen in der Moderne. Das Kapitel beginnt mit einem Überblick über das westliche moderne säkulare Denken und das Konzept der autonomen Wahl in Bezug auf weiblichen Dresscode und Mode. Anschließend wird die Konstruktion der traditionellen Kleidung nicht-westlicher muslimischer Frauen, insbesondere der Verschleierung, als Symbol für die Unterordnung muslimischer Frauen im öffentlichen Raum betrachtet. Abschließend stelle ich den oben genannten (orientalistischen) Diskurs infrage, der nicht-westliche muslimische Frauen als monolithisch unterdrücktes „Anderes“ darstellt. Mein Argument besagt, dass die universellen Theorien der Moderne, die nicht-westliche religiöse Praktiken und Rituale als inhärent unterdrückende vormoderne Praktiken im Vergleich zum europäischen Modernitätsmodell betrachten, hegemoniale Theorien sind, die nicht-westliche historische und kulturelle Erfahrungen ausschließen.