Eine der Herausforderungen, mit denen sich Pädagogen im Zusammenhang mit sozial-emotionalem Lernen auseinandersetzen müssen, betrifft den Begriff „evidenzbasiert“. Leider existieren keine allgemein anerkannten Kriterien, nach denen ein SEL-Programm als evidenzbasiert gilt. In diesem Kapitel werden die Bezeichnung „evidenzbasiert“, ihre Entstehungsgeschichte, die damit verbundene Verwirrung sowie die Bedeutung des Begriffs in der Wissenschaft ausführlich dargestellt. Für Fachleute und Lehrkräfte werden die verschiedenen Arten von Evidenz und die Frage, was als Evidenz gilt, erläutert. Die Argumente gegen die Forderung nach strengen Evidenzstandards, um ein Programm als evidenzbasiert zu kennzeichnen, umfassen: Strenge Standards würden die Auswahl an Programmen einschränken, zu wenige Programme erfüllen hohe Kriterien, starke Programme werden möglicherweise nicht gut umgesetzt, die Forderung nach randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) als starke Evidenz würde Innovationen hemmen, RCTs lassen sich im Bildungsbereich nicht durchführen, RCTs ignorieren die Erfahrung der Lehrkräfte und den schulischen Kontext und RCTs vernachlässigen theoretische Grundlagen. Auf diese Argumente wird eingegangen.

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Verwirrung rund um den Begriff evidenzbasiert

  • Gayle L. Macklem

摘要

Eine der Herausforderungen, mit denen sich Pädagogen im Zusammenhang mit sozial-emotionalem Lernen auseinandersetzen müssen, betrifft den Begriff „evidenzbasiert“. Leider existieren keine allgemein anerkannten Kriterien, nach denen ein SEL-Programm als evidenzbasiert gilt. In diesem Kapitel werden die Bezeichnung „evidenzbasiert“, ihre Entstehungsgeschichte, die damit verbundene Verwirrung sowie die Bedeutung des Begriffs in der Wissenschaft ausführlich dargestellt. Für Fachleute und Lehrkräfte werden die verschiedenen Arten von Evidenz und die Frage, was als Evidenz gilt, erläutert. Die Argumente gegen die Forderung nach strengen Evidenzstandards, um ein Programm als evidenzbasiert zu kennzeichnen, umfassen: Strenge Standards würden die Auswahl an Programmen einschränken, zu wenige Programme erfüllen hohe Kriterien, starke Programme werden möglicherweise nicht gut umgesetzt, die Forderung nach randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) als starke Evidenz würde Innovationen hemmen, RCTs lassen sich im Bildungsbereich nicht durchführen, RCTs ignorieren die Erfahrung der Lehrkräfte und den schulischen Kontext und RCTs vernachlässigen theoretische Grundlagen. Auf diese Argumente wird eingegangen.