In unseren zunehmend diversen Hochschulräumen ist es unerlässlich geworden, das Lernen durch Strategien und Umgebungen zu befördern, die auf Inklusion und Zugehörigkeit ausgerichtet sind. Im Zuge der Rückkehr zum Präsenzunterricht nach der Pandemie, also dem Wechsel von digitalen und oft asynchronen Lehrformaten hin zu verkörperten, physischen Begegnungen im Unterricht, sind sowohl für Lehrende als auch für Studierende neue Herausforderungen und Chancen entstanden – insbesondere dort, wo unsere Körperlichkeit innerhalb der Bildungssituation zugleich wahrgenommen und gespürt wird. Anfang 2024 unterrichtete ich ein Bachelor-Modul im Fach Religionswissenschaften, das an der Schnittstelle von Religion und Geschlecht verortet ist. Das Modul beschäftigte sich kritisch mit der Darstellung von Geschlecht und Sexualität – insbesondere im Kontext des Christentums – und griff dabei gezielt auf Inhalte und Ressourcen aus feministischer, afrikanisch-feministischer und queertheologischer Perspektive zurück. Pädagog_innen haben hervorgehoben, dass Vertrauen und Care-Prinzipien, die im Ansatz der Pädagogischen Liebe verankert sind – zu einer Lernatmosphäre beitragen, die aktives Zuhören, Dialog und Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Lernenden fördert. Durch die Ausrichtung meiner Lehre bewusst im Sinne von bell hooks Liebesethik – die Vertrauen und Care in den Mittelpunkt stellt, ergänzt durch Verpflichtung, Verantwortung, Respekt und Wissen – eröffnete ich einen feministischen und engagierten pädagogischen Zugang innerhalb meines religionswissenschaftlichen Unterrichts und die Idee Pädagogischer Liebe im Klassenzimmer manifestier. In diesem Kapitel reflektiere ich kritisch diese Erfahrung, wobei ich mich auf drei zentrale Aspekte konzentriere: (1) meine eigene Verkörperung und Positionierung im Verhältnis zu den Studierenden im Raum, (2) die feministische Ausrichtung der Fallstudie, des Kursinhalts und der Curriculumentwicklung, orientiert an einem feministischen Zugang zur Religionswissenschaft, sowie (3) die eingesetzten Lehr- und Lernstrategien im Klassenzimmer, die das Verstehen, Lernen und Verbinden fördern sollten. Diese kritische Reflexion wird durch anonymes Feedback aus der Kursevaluation und meine eigenen Beobachtungen zur Partizipation der Studierenden im Unterricht unterstützt.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Verkörperung Pädagogischer Liebe durch Feministische Pädagogik und die Prinzipien von bell hooks’ Liebesethik im religionswissenschaftlichen Unterricht und darüber hinaus

  • Janine Carlse

摘要

In unseren zunehmend diversen Hochschulräumen ist es unerlässlich geworden, das Lernen durch Strategien und Umgebungen zu befördern, die auf Inklusion und Zugehörigkeit ausgerichtet sind. Im Zuge der Rückkehr zum Präsenzunterricht nach der Pandemie, also dem Wechsel von digitalen und oft asynchronen Lehrformaten hin zu verkörperten, physischen Begegnungen im Unterricht, sind sowohl für Lehrende als auch für Studierende neue Herausforderungen und Chancen entstanden – insbesondere dort, wo unsere Körperlichkeit innerhalb der Bildungssituation zugleich wahrgenommen und gespürt wird. Anfang 2024 unterrichtete ich ein Bachelor-Modul im Fach Religionswissenschaften, das an der Schnittstelle von Religion und Geschlecht verortet ist. Das Modul beschäftigte sich kritisch mit der Darstellung von Geschlecht und Sexualität – insbesondere im Kontext des Christentums – und griff dabei gezielt auf Inhalte und Ressourcen aus feministischer, afrikanisch-feministischer und queertheologischer Perspektive zurück. Pädagog_innen haben hervorgehoben, dass Vertrauen und Care-Prinzipien, die im Ansatz der Pädagogischen Liebe verankert sind – zu einer Lernatmosphäre beitragen, die aktives Zuhören, Dialog und Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Lernenden fördert. Durch die Ausrichtung meiner Lehre bewusst im Sinne von bell hooks Liebesethik – die Vertrauen und Care in den Mittelpunkt stellt, ergänzt durch Verpflichtung, Verantwortung, Respekt und Wissen – eröffnete ich einen feministischen und engagierten pädagogischen Zugang innerhalb meines religionswissenschaftlichen Unterrichts und die Idee Pädagogischer Liebe im Klassenzimmer manifestier. In diesem Kapitel reflektiere ich kritisch diese Erfahrung, wobei ich mich auf drei zentrale Aspekte konzentriere: (1) meine eigene Verkörperung und Positionierung im Verhältnis zu den Studierenden im Raum, (2) die feministische Ausrichtung der Fallstudie, des Kursinhalts und der Curriculumentwicklung, orientiert an einem feministischen Zugang zur Religionswissenschaft, sowie (3) die eingesetzten Lehr- und Lernstrategien im Klassenzimmer, die das Verstehen, Lernen und Verbinden fördern sollten. Diese kritische Reflexion wird durch anonymes Feedback aus der Kursevaluation und meine eigenen Beobachtungen zur Partizipation der Studierenden im Unterricht unterstützt.