Wir betrachten die Beantwortung dieser Frage als das zentrale Problem bei der Interpretation von Descartes’ wissenschaftlichem Werk. Schuster bezeichnete Descartes’ Physik aufgrund ihres verbalen Charakters als Naturphilosophie und schloss sie aus der Tradition der mathematischen Physik aus, die er mit Galileo und Newton verbindet. Diese Einschätzung ist jedoch falsch, und der Grund für diesen Irrtum liegt in der Unschärfe des Begriffs der mathematischen Physik. Galileis Physik, der jegliche Beschreibung von Wechselwirkungen fehlt, die den Körpern eine natürliche Tendenz zur Beschleunigung im freien Fall zuschreibt und die die Kreisbewegung als Trägheitsbewegung betrachtet, wird automatisch als mathematische Physik angesehen. Dagegen wird Descartes, der das Konzept der Wechselwirkung in die Physik einführte, der klar erkannte, dass die Beschleunigung fallender Körper das Ergebnis von Wechselwirkungen sein muss, und der nur die gleichförmige geradlinige Bewegung als träge betrachtete, nicht zur mathematischen Physik gezählt. Mein Ziel ist es, diesen offensichtlichen Fehler zu korrigieren.

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Was ist mathematische Physik?

  • Ladislav Kvasz

摘要

Wir betrachten die Beantwortung dieser Frage als das zentrale Problem bei der Interpretation von Descartes’ wissenschaftlichem Werk. Schuster bezeichnete Descartes’ Physik aufgrund ihres verbalen Charakters als Naturphilosophie und schloss sie aus der Tradition der mathematischen Physik aus, die er mit Galileo und Newton verbindet. Diese Einschätzung ist jedoch falsch, und der Grund für diesen Irrtum liegt in der Unschärfe des Begriffs der mathematischen Physik. Galileis Physik, der jegliche Beschreibung von Wechselwirkungen fehlt, die den Körpern eine natürliche Tendenz zur Beschleunigung im freien Fall zuschreibt und die die Kreisbewegung als Trägheitsbewegung betrachtet, wird automatisch als mathematische Physik angesehen. Dagegen wird Descartes, der das Konzept der Wechselwirkung in die Physik einführte, der klar erkannte, dass die Beschleunigung fallender Körper das Ergebnis von Wechselwirkungen sein muss, und der nur die gleichförmige geradlinige Bewegung als träge betrachtete, nicht zur mathematischen Physik gezählt. Mein Ziel ist es, diesen offensichtlichen Fehler zu korrigieren.