Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung der Entwicklungspsychopathologie als eigenständige Disziplin und unabhängiges Forschungsfeld. Die historischen Grundlagen, die zu dieser Entwicklung geführt haben, sowie die Prinzipien und Leitgedanken, die die Theoriebildung und Forschung in diesem Bereich bestimmen, werden erörtert. Im Gegensatz zu früheren Ansätzen zur Erklärung des Auftretens von Störungen im Kindes- und Jugendalter betont die Entwicklungspsychopathologie die Bedeutung der Berücksichtigung der normalen Entwicklung. Sie geht davon aus, dass nur durch das Verständnis der Beziehungen zwischen einem sich typischerweise entwickelnden Organismus und seiner Umwelt nachvollzogen werden kann, wie diese Prozesse gestört werden könnten. Die Berücksichtigung des Erwerbs normaler Entwicklungsschritte sowie das Verständnis der Auswirkungen verschiedener Risiko- und Schutzfaktoren sind entscheidend für die Theoriebildung und die Konzeption empirischer Forschung in diesem Fachgebiet. Die Entwicklungspsychopathologie hebt zudem die Bedeutung von mehrstufigen, multisystemischen Forschungsdesigns hervor, die längsschnittlich angelegt sind und sowohl biologische als auch soziale Kontexte berücksichtigen. In diesem Feld werden sich entwickelnde Kinder als aktive Gestalter ihrer Entwicklung betrachtet, wobei verstanden wird, dass wechselseitige Interaktionen zwischen Kindern und ihrer Umwelt im Verlauf des Lebens zu neuen Herausforderungen und Entwicklungserfolgen führen können. Die Ergebnisse und Mechanismen des Wandels in der Entwicklungspsychopathologie sind komplex; sie erfordern das Verständnis grundlegender Prozesse, Entwicklungssequenzen und kaskadierender Effekte, wie sie im Zeitverlauf miteinander interagieren.

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Entwicklungspsychopathologie: Die Entstehung einer Disziplin

  • Karen R. Gouze,
  • Joyce Hopkins,
  • John V. Lavigne

摘要

Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung der Entwicklungspsychopathologie als eigenständige Disziplin und unabhängiges Forschungsfeld. Die historischen Grundlagen, die zu dieser Entwicklung geführt haben, sowie die Prinzipien und Leitgedanken, die die Theoriebildung und Forschung in diesem Bereich bestimmen, werden erörtert. Im Gegensatz zu früheren Ansätzen zur Erklärung des Auftretens von Störungen im Kindes- und Jugendalter betont die Entwicklungspsychopathologie die Bedeutung der Berücksichtigung der normalen Entwicklung. Sie geht davon aus, dass nur durch das Verständnis der Beziehungen zwischen einem sich typischerweise entwickelnden Organismus und seiner Umwelt nachvollzogen werden kann, wie diese Prozesse gestört werden könnten. Die Berücksichtigung des Erwerbs normaler Entwicklungsschritte sowie das Verständnis der Auswirkungen verschiedener Risiko- und Schutzfaktoren sind entscheidend für die Theoriebildung und die Konzeption empirischer Forschung in diesem Fachgebiet. Die Entwicklungspsychopathologie hebt zudem die Bedeutung von mehrstufigen, multisystemischen Forschungsdesigns hervor, die längsschnittlich angelegt sind und sowohl biologische als auch soziale Kontexte berücksichtigen. In diesem Feld werden sich entwickelnde Kinder als aktive Gestalter ihrer Entwicklung betrachtet, wobei verstanden wird, dass wechselseitige Interaktionen zwischen Kindern und ihrer Umwelt im Verlauf des Lebens zu neuen Herausforderungen und Entwicklungserfolgen führen können. Die Ergebnisse und Mechanismen des Wandels in der Entwicklungspsychopathologie sind komplex; sie erfordern das Verständnis grundlegender Prozesse, Entwicklungssequenzen und kaskadierender Effekte, wie sie im Zeitverlauf miteinander interagieren.