In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Dynamik des globalen Klimasystems mithilfe von Modellen untersucht, die einen hohen Grad an Idealisierung aufwiesen. In seinem bahnbrechenden Artikel in Tellus im Jahr 1976 stellte Klaus Hasselmann die Frage, ob diese Modelle nur deshalb abrupte Übergänge zeigten, weil sie die Dynamik des Klimasystems zu stark vereinfachten und die natürliche Klimavariabilität nicht abbildeten. In diesem Kapitel wird Hasselmanns Annahme daher erneut überprüft. Zu diesem Zweck werden drei Beispiele für multiple Gleichgewichtszustände und schnelle Übergänge im Klimasystem diskutiert: Snowball Earth, die atlantische meridionale Umwälzzirkulation und die Wechselwirkung zwischen Klima und Vegetation. Die Diskussion dieser Beispiele beginnt mit Vorhersagen aus idealisierten Modellen, gefolgt von Hinweisen auf abrupte Übergänge, die in paläoklimatischen Proxydaten gefunden wurden und die Suche nach instabilen Rückkopplungen mithilfe komplexer Modelle anregten. Klimawissenschaftler, die in Hamburg tätig waren, haben zu all diesen Beispielen bedeutende Beiträge geleistet.

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Mehrfache Gleichgewichte in Klimamodellen

  • Martin Claussen,
  • Hans von Storch,
  • Martin Heimann,
  • Robert Sausen,
  • Eduardo Zorita

摘要

In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Dynamik des globalen Klimasystems mithilfe von Modellen untersucht, die einen hohen Grad an Idealisierung aufwiesen. In seinem bahnbrechenden Artikel in Tellus im Jahr 1976 stellte Klaus Hasselmann die Frage, ob diese Modelle nur deshalb abrupte Übergänge zeigten, weil sie die Dynamik des Klimasystems zu stark vereinfachten und die natürliche Klimavariabilität nicht abbildeten. In diesem Kapitel wird Hasselmanns Annahme daher erneut überprüft. Zu diesem Zweck werden drei Beispiele für multiple Gleichgewichtszustände und schnelle Übergänge im Klimasystem diskutiert: Snowball Earth, die atlantische meridionale Umwälzzirkulation und die Wechselwirkung zwischen Klima und Vegetation. Die Diskussion dieser Beispiele beginnt mit Vorhersagen aus idealisierten Modellen, gefolgt von Hinweisen auf abrupte Übergänge, die in paläoklimatischen Proxydaten gefunden wurden und die Suche nach instabilen Rückkopplungen mithilfe komplexer Modelle anregten. Klimawissenschaftler, die in Hamburg tätig waren, haben zu all diesen Beispielen bedeutende Beiträge geleistet.