Wir sind in eine neue Zeitlichkeit eingetreten, im Anthropozän. Dies ist sowohl durch eine Beschleunigung als auch durch eine Verschiebung gekennzeichnet. Nicht nur erscheint die Zukunft des menschlichen Abenteuers unsicher, sondern es scheint, als wäre sie zeitlich begrenzt (unsere Tage sind gezählt) und sozusagen verzerrt. So wie es nicht sicher ist, dass verschiedene Pflanzen- und Tierarten Zeit haben werden, sich an neue klimatische Bedingungen anzupassen, ist es nicht sicher, dass wir wissen werden, wie wir diese neue Zeitlichkeit bewohnen können – sehr unterschiedlich zu der, die es der Menschheit ermöglichte, über Hunderttausende von Jahren zu entstehen und sich zu entwickeln. Und doch, während wir uns mehr denn je auf die Zukunft vorbereiten sollten, scheint es, als ob wir in westlichen Gesellschaften weiterhin immer stärker in die unmittelbare Gegenwart investieren. Alles trägt zu dieser Haltung bei: unter anderem Individualismus, Konsumismus, die Neigung zu grenzenlosem Genuss und die Virtualisierung der Existenz. Es ist, als hätten wir alle Zeit der Welt (als gehörte die Zeit selbst uns) und hätten die Fähigkeit verloren, auf irgendetwas zu warten. Vielleicht haben wir auch die Vorstellung verinnerlicht, dass wir von der Zukunft nichts Gutes mehr erwarten können und dass es daher besser ist, die Gegenwart zu genießen.

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Was sollen wir mit der uns verbleibenden Zeit anfangen?

  • Renaud Hétier,
  • Nathanaël Wallenhorst

摘要

Wir sind in eine neue Zeitlichkeit eingetreten, im Anthropozän. Dies ist sowohl durch eine Beschleunigung als auch durch eine Verschiebung gekennzeichnet. Nicht nur erscheint die Zukunft des menschlichen Abenteuers unsicher, sondern es scheint, als wäre sie zeitlich begrenzt (unsere Tage sind gezählt) und sozusagen verzerrt. So wie es nicht sicher ist, dass verschiedene Pflanzen- und Tierarten Zeit haben werden, sich an neue klimatische Bedingungen anzupassen, ist es nicht sicher, dass wir wissen werden, wie wir diese neue Zeitlichkeit bewohnen können – sehr unterschiedlich zu der, die es der Menschheit ermöglichte, über Hunderttausende von Jahren zu entstehen und sich zu entwickeln. Und doch, während wir uns mehr denn je auf die Zukunft vorbereiten sollten, scheint es, als ob wir in westlichen Gesellschaften weiterhin immer stärker in die unmittelbare Gegenwart investieren. Alles trägt zu dieser Haltung bei: unter anderem Individualismus, Konsumismus, die Neigung zu grenzenlosem Genuss und die Virtualisierung der Existenz. Es ist, als hätten wir alle Zeit der Welt (als gehörte die Zeit selbst uns) und hätten die Fähigkeit verloren, auf irgendetwas zu warten. Vielleicht haben wir auch die Vorstellung verinnerlicht, dass wir von der Zukunft nichts Gutes mehr erwarten können und dass es daher besser ist, die Gegenwart zu genießen.