Forscher haben das Konzept des fiskalisch-militärischen Staates verwendet, um die Bedeutung der Finanzen für die Entwicklung der Staaten in Europa zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert zu untersuchen. Der Begriff wurde erstmals in den späten 1980er-Jahren von John Brewer in einer Studie über England des 18. Jahrhunderts verwendet. Seitdem findet er häufig, vor allem in einem vergleichenden Kontext, Anwendung. Der Begriff eignete sich, um die Entwicklung der Staaten und ihrer Steuersysteme zu beschreiben, die den Anforderungen größerer Armeen und teurerer Ausrüstung gerecht werden mussten. Eine zentrale Frage war die der Effektivität, mit der die wirtschaftlichen Ressourcen mobilisiert werden konnten. Um die steigenden Kosten der Kriegsführung zu decken, so Brewer, musste ein fiskalisch-militärischer Staat in der Lage sein, seinen Finanzbedarf sowohl durch Kredite als auch durch Steuern zu decken. Außerdem war eine gute Verwaltungsstruktur erforderlich, um die fiskalischen und militärischen Aktivitäten zu stärken. Vor allem im 18. Jahrhundert, als die Kosten der Kriegsführung in Europa erheblich stiegen, wurde dies besonders wichtig. Unlängst wurde die Relevanz eines fiskalisch-militärischen Staates auch mit Blick auf die Habsburgermonarchie im 18. Jahrhundert untersucht.

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Einführung

  • Simon Adler

摘要

Forscher haben das Konzept des fiskalisch-militärischen Staates verwendet, um die Bedeutung der Finanzen für die Entwicklung der Staaten in Europa zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert zu untersuchen. Der Begriff wurde erstmals in den späten 1980er-Jahren von John Brewer in einer Studie über England des 18. Jahrhunderts verwendet. Seitdem findet er häufig, vor allem in einem vergleichenden Kontext, Anwendung. Der Begriff eignete sich, um die Entwicklung der Staaten und ihrer Steuersysteme zu beschreiben, die den Anforderungen größerer Armeen und teurerer Ausrüstung gerecht werden mussten. Eine zentrale Frage war die der Effektivität, mit der die wirtschaftlichen Ressourcen mobilisiert werden konnten. Um die steigenden Kosten der Kriegsführung zu decken, so Brewer, musste ein fiskalisch-militärischer Staat in der Lage sein, seinen Finanzbedarf sowohl durch Kredite als auch durch Steuern zu decken. Außerdem war eine gute Verwaltungsstruktur erforderlich, um die fiskalischen und militärischen Aktivitäten zu stärken. Vor allem im 18. Jahrhundert, als die Kosten der Kriegsführung in Europa erheblich stiegen, wurde dies besonders wichtig. Unlängst wurde die Relevanz eines fiskalisch-militärischen Staates auch mit Blick auf die Habsburgermonarchie im 18. Jahrhundert untersucht.