Stellvertretendes Trauma und professionelle Selbstfürsorge für den Traumatherapeuten
摘要
Das gemeinsame Trauma im Zuge einer globalen Pandemie hat eine einzigartige Bindung zwischen dem Behandler und dem Klienten geschaffen. Während man seine eigenen Ängste, Sorgen und Verluste bewältigt, muss der Behandler auch ein Anker für den Klienten in einer unsicheren und unvorhersehbaren Welt sein. Die tiefgreifende Auswirkung kollektiver katastrophaler Ereignisse kann immense Schwierigkeiten für Therapeuten schaffen, die in traumatogenen Umgebungen leben und arbeiten. Selbst außerhalb der Pandemie haben Therapeuten, die sich auf die Behandlung von Trauma und komplexem Trauma spezialisiert haben, eine besondere Anfälligkeit für ein sekundäres Trauma (VT) aufgrund der wiederholten Exposition gegenüber den erschütternden Details der traumatischen Erfahrungen ihrer Klienten. Ein VT bezieht sich auf die Erfahrung eines indirekten Traumas, das die kontinuierliche emotionale Auseinandersetzung des Behandlers mit dem traumatischen Material eines Klienten einschließen kann. Dies kann kognitive Verzerrungen und Veränderungen in den zentralen Glaubenssystemen des Behandlers hervorrufen, die wiederum die allgemeine Funktion und das emotionale Wohlbefinden negativ beeinflussen können. Viele Behandler treten in den Beruf ein, um ihre Klienten aufgrund ihrer eigenen traumatischen Erfahrungen mitfühlend zu begleiten, zu heilen und zu bestätigen. Ohne angemessene Nutzung von klinischer Supervision, professionellen Grenzen und Selbstfürsorge kann die wiederholte Exposition gegenüber Trauma für das Wohlbefinden des Therapeuten gefährlich sein und zu einer Retraumatisierung oder Mitgefühlserschöpfung führen. Kap. 11 bietet eine Konzeptualisierung von VT, bevor darin untersucht wird, wie dies den Behandler und das therapeutische Bündnis beeinflussen kann. Zweitens werden in diesem Kapitel die Auswirkungen der Gegenübertragung betrachtet, bevor Strategien zur effektiven Bewältigung ihrer negativen Auswirkungen vorgeschlagen werden. Schließlich werden in diesem Kapitel die Rolle der professionellen Supervision und die Bedeutung der Selbstfürsorge für den Traumatherapeuten untersucht.