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Funktioneller Hypogonadismus: Diabetes mellitus, Adipositas, metabolisches Syndrom und Testosteron

  • Ricardo Martins da Rocha Meirelles

摘要

Niedrige Testosteronspiegel finden sich häufiger bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas und metabolischem Syndrom (im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung), wie epidemiologische Studien zeigen. Hierbei spielt die assoziierte Insulinresistenz eine wichtige Rolle und es besteht eine wechselseitige Beziehung: Nicht nur die Stoffwechselstörung kann zu Hypogonadismus führen, sondern ein Testosteronmangel kann Typ-2-Diabetes mellitus, Adipositas und metabolisches Syndrom bedingen. Neben den sexuellen Symptomen wie Libidoverlust, erektiler Dysfunktion und fehlenden Morgenerektionen sind niedrige Testosteronspiegel mit einer Zunahme des Fettgewebes und einer Abnahme der Muskelmasse verbunden. Da liegt nicht nur daran, weil Testosteron die Differenzierung von pluripotenten mesenchymalen Zellen in Myozyten induziert und die Umwandlung in Adipozyten hemmt, sondern ein niedriger Testosteronspiegel auch die Einlagerung von Triglyceriden in Fettzellen durch Hemmung der Lipoproteinlipase-Aktivität begünstigt. Die meisten Todesfälle bei Typ-2-Diabetes, Adipositas und metabolischem Syndrom sind auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Es lässt sich eine Zunahme dieser Störungen bei Männern mit niedrigen Testosteronspiegeln beobachten. Wissenschaftliche Studien sprechen dafür, dass eine Testosteronersatztherapie bei hypogonadalen Patienten die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern und die Sterblichkeit senken kann. Ein funktioneller Hypogonadismus kann jedoch auch durch Gewichtsverlust und eine bessere Kontrolle des Diabetes konventionell behandelt werden. Die wenigen Studien, die eine Testosteronersatztherapie mit einer Zunahme der kardiovaskulären Mortalität in Verbindung bringen, weisen schwerwiegende methodische Schwächen auf und werden durch eine sorgfältige Metaanalyse nicht bestätigt.