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Die kulturelle und medizinische Geschichte der Hoden und Testosteron: Von der Antike bis zur Moderne

  • Eberhard Nieschlag,
  • Susan Nieschlag

摘要

Das Entfernen oder Manipulieren von endokrinen Drüsen wurde schon in der frühen experimentellen Endokrinologie angewandt. Die Hoden sind durch ihre exponierte Position verletzlich und leicht zugänglich für äußere Manipulationen (durch z. B. Trauma oder gewaltsame Entfernung). So wurden die Wirkungen von Testosteron und dessen Fehlen (als Folge des Verlusts der Hoden) recht früh in der Geschichte der Menschheit bekannt. Die Kastration, die zu einem Verlust der Virilität führte, wurde über Jahrhunderte hinweg zur Bestrafung von kriminellen Handlungen und Hochverrat, zur Schaffung gehorsamer Sklaven und Diener und zur Bewahrung der präpubertären Sopranstimmen für dir musikalische Unterhaltung eingesetzt. Obwohl die Hoden folgerichtig als Quelle der Androgenität identifiziert wurden, führten Versuche, sie in der Organotherapie zu verwenden, nur zu Placeboeffekten. Testosteron selbst wurde zum ersten Mal 1935 isoliert und steht seitdem als wirksames Medikament zur Behandlung eines Hypogonadismus zur Verfügung. Injizierbare oder transdermale Testosteronpräparate, die zu Serumspiegeln im physiologischen Bereich führen, sind mittlerweile auf dem Markt erhältlich.