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Affektivität aus der dialogischen Perspektive der Kulturpsychologie: Pädagogische Implikationen

  • Luciana Dantas de Paula,
  • Isabella Alencar de Araujo,
  • Maria Cláudia Lopes de Oliveira,
  • Angela Uchoa Branco

摘要

Die Psychologie hat eine lange Tradition darin, kognitive Funktionen und/oder beobachtbares Verhalten zu bevorzugen und die affektive Dimension des menschlichen Lebens, die als unscharfes Thema betrachtet wird, zu vernachlässigen. Die Ignorierung der Affektivität ist besonders problematisch, wenn es darum geht, die menschliche Entwicklung und ihre Auswirkungen auf Lern- und Sozialisationsprozesse in Bildungseinrichtungen zu verstehen. Die Kulturpsychologie kann viel zu dem Bemühen beitragen, sich von dem traditionellen Trend zu entfernen. Kurz gesagt betrachtet die Kulturpsychologie die Frage der Affektivität als zentrale Dimension der individuellen Entwicklung, die einen tiefgreifenden qualitativen Charakter hat, der mit semiotischen Prozessen verflochten ist und bei den meisten psychologischen Phänomenen eine zentrale Rolle spielt. Die Affektivität zeigt eine hoch komplexe, mächtige Funktion in allen psychologischen Prozessen, in den intersubjektiven Dynamiken und innerhalb des Selbstsystems. Sie ist mit Motivation, Emotionen, Empfinden/Wahrnehmung, Gefühlen und Werten verbunden – alles entsprechend den verschiedenen psychologischen Lebensschichten. Dennoch ist ihre systemische, feldähnliche Rolle innerhalb der soziokulturell vermittelten psychologischen Funktion nicht selbstverständlich und muss intensiv untersucht werden. Wir schlagen in diesem Kapitel vor, die Konzeptualisierung der Affektivität weiter voranzutreiben und ihre Funktion aus der Perspektive der Kulturpsychologie der semiotischen Dynamik, hier als semiotische Kulturpsychologie bezeichnet, zu analysieren, angereichert mit empirischen Beispielen, die aus den von den Autorinnen generierten Forschungsdaten stammen.