Das Stade de France und Wembley als sozialer Raum: Eine Geschichte von zwei Stadien
摘要
Dieses Kapitel bietet eine vergleichende/kontrastierende Diskussion über die neuen britischen und französischen Nationalstadien: das (neue) Wembley in London (eröffnet 2007) und das Stade de France in Saint-Denis, am Stadtrand von Paris (eröffnet 1998). Während das (neue) Wembley, etwas kontrovers, anstelle des historischen (ursprünglichen) Wembley Empire Stadium (eröffnet 1923) mit seinem reichen Erbe an sportlichen Erinnerungen und Identitäten gebaut wurde, wurde das Stade de France ex nihilo geschaffen, um Spiele (einschließlich des Finales zwischen Frankreich und Brasilien) der FIFA-Weltmeisterschaft 1998 auszutragen. Durch die Analyse der öffentlichen Debatten und offiziellen Diskurse, die die Zerstörung des alten Wembley und die Geburt des neuen Nationalstadions und die ‚Erfindung‘ des Stade de France begleiteten, diskutiert das Kapitel, wie diese ikonischen Nationalstadien seit ihrer Gründung mit Konzepten nationaler sportlicher und sozialer Identität interagiert und diese mobilisiert haben. Darüber hinaus zeigt eine Lektüre, wie diese Stadien von ihren Öffentlichkeiten und Eigentümern während ihrer relativ kurzen Existenz in der postmodernen Ära ‚gelebt‘ und ‚genutzt‘ wurden, wie die Politik der sportlichen und sozialen Identität in Großbritannien und Frankreich im frühen einundzwanzigsten Jahrhundert immer komplexer geworden ist. Während beide Stadien als ‚nationale‘ Sportstätten wahrgenommen werden und die natürlichen Heimstätten für französische und englische Nationalmannschaften in internationalen Wettbewerben sind, wird ihre symbolische politische Bedeutung als Räume politischer Ausdrucksform durch die unterschiedliche Natur der Publikum, das sie nutzt, und durch die dominanten Diskurse der britischen und französischen Staaten gemäßigt.