Politische Emotionen im Nachkriegsstadion: Eine deutsch-französische Perspektive auf die 1950er und frühen 1960er Jahre
摘要
Von den ersten Nachkriegsfußballspielen zwischen hochrangigen französischen und westdeutschen Mannschaften in den frühen 1950er Jahren bis zum „Freundschaftsländerspiel“ in Stuttgart im Jahr 1962 änderten sich nicht nur die sozialen und politischen Bedingungen, sondern auch die Art der deutsch-französischen Begegnungen und deren Handhabung. Von Anfang an versuchten politische Akteure, aber auch Fußballfunktionäre, die mit den Spielen verbundenen Emotionen für Zwecke einer vorsichtigen Annäherung und Versöhnung zu instrumentalisieren. Diese Kanalisierung von Emotionen war anfangs nur teilweise erfolgreich, so dass die politischen Akteure zunehmend auf präventive Maßnahmen zur Eindämmung negativer Folgen für die deutsch-französische Beziehung setzten. Erst im Laufe der Zeit wurde deutlich, dass deutsch-französische Fußballspiele auch aktiv in der symbolischen Politik für die Versöhnung der beiden Länder genutzt werden konnten. Ziel dieses Kapitels ist es, solche Versuche zur Kanalisierung und Instrumentalisierung von Emotionen genauer zu betrachten und somit auch zu einem besseren Verständnis der Fußballbeziehungen zwischen den beiden Ländern beizutragen.