Stadien als Orte des Politischen: Der Fall Passolig in der Türkei
摘要
Fußballstadien bringen regelmäßig Zehntausende von Bürgern in einem sehr speziellen Raum und Kontext zusammen, wodurch politischer Ausdruck möglich, wenn nicht unvermeidlich wird. Das Kapitel behandelt das Beispiel des Passolig in der Türkei, des umstrittenen gesetzlich eingeführten E-Ticket-Treueprogramms von 2011, und erforscht, inwiefern diese Maßnahme zur Sphäre des ‚Politischen‘ gehört, indem sie Fans gleichzeitig zu Kunden und politischen Subjekten macht. Unter Anwendung der theoretischen Rahmenbedingungen von Foucault und der Pariser Schule argumentiert das Kapitel, dass die Passolig-Erfahrung in der Türkei im Einklang mit der allgemeinen globalen Tendenz zur Privatisierung öffentlicher Räume und zur Einführung von ‚Überwachung‘ in jedem kleinen Teil der Gesellschaft gedacht werden sollte, wodurch Fußballanhänger zu kontrollierten Körpern werden. Dies ist ein völlig politischer Akt, in dem Sinne, dass er Fußballidentitäten individualisiert, kontrolliert und privatisiert.