Schwarze Identität und Sichtbarkeit
摘要
Vincent O. Carters Autobiografie Meine weisse Stadt und ich: Das Bernbuch (engl. Original 1973) thematisiert das Verhältnis zwischen Schwarzsein und Sichtbarkeit. Der afroamerikanische Schriftsteller schildert die Erfahrung, als eine der sehr wenigen schwarzen Personen in der Schweizer Stadt Bern der 1950er und 1960er Jahren zu leben. In Resonanz mit James Baldwins Essay „Fremder im Dorf“ (engl. Original 1953) und den phänomenologischen Debatten der 1950er und 1960er Jahre weist Carter auf die Auswirkungen des weißen rassistischen Blicks auf seine leibliche Erfahrung hin. Der Text spiegelt Frantz Fanons Kritik an Maurice Merleau-Pontys Konzept des Körperschemas wider. Meine weisse Stadt und ich erzählt von Strategien des Widerstands. In zahlreichen humorvollen Passagen beschreibt Carter seinen „Gegenblick“ (George Yancy), um die Berner Stadtbevölkerung zu erforschen und ihr eigenartiges Verhalten zu benennen, das, wie er suggeriert, manchmal pathologische Züge annimmt.