Blindheit und Wahrnehmung
摘要
Die fünf in diesem Kapitel besprochenen Autobiografien, Stephen Kuusistos Planet of the Blind (1998), Eavesdropping: A Memoir of Blindness and Listening (2006) und Have Dog, Will Travel (2018), sowie Rod Michalkos The Two-in-One: Walking with Smokie, Walking with Blindness (1999) und Hector Chevignys My Eyes Have a Cold Nose (1946) behandeln das Thema Blindheit und Wahrnehmung. Aufbauend auf Maurice Merleau-Pontys Konzepten von Gewohnheit, Wahrnehmung und Wahrnehmungsgewohnheit und vor dem Hintergrund seines prominenten Beispiels einer blinden Person, die den weißen Langstock in ihr Körperschema integriert und dann ihre Welt durch den Stock wahrnimmt, diskutiere ich die Texte mit einem Fokus auf blinde Wahrnehmung. Der Schwerpunkt liegt auf den Berichten der Autoren über die Verwendung eines weißen Stocks, die Begegnung mit ihren Blindenführhunden und die Thematisierung des Hörsinns. Am Ende dieses Kapitels wird das Verhältnis zwischen Rassismus und Wahrnehmung diskutiert und in Bezug zu drei narrativen Filmen, Guy Greens A Patch of Blue (1965), Jim Jarmuschs Night on Earth (1991) und Sheri Hagens Auf den Zweiten Blick (2012), gesetzt. Alle behandeln das, was Linda Martín Alcoff „racial seeing“ nennt, indem sie das Verhältnis zwischen Blindheit und Schwarzsein thematisieren.