Behinderung und Verleiblichung
摘要
Die vier in diesem Kapitel besprochenen Autobiografien, Robert Murphys The Body Silent (1987), Arnold R. Beissers Wozu brauche ich Flügel?: Ein Gestalttherapeut betrachtet sein Leben als Gelähmter (1989; dt. Übersetzung 1997), Mark O’Brien und Gillian Kendalls How I Became a Human Being: A Disabled Man’s Quest for Independence (2003), sowie Simi Lintons My Body Politic (2006) formulieren kritische Perspektiven auf die behindertenfeindlichen Strukturen in westlichen Gesellschaften und geben phänomenologische Berichte über die körperliche Erfahrung der Querschnittslähmung. Die Texte werden in diesem Kapitel als Erzählungen des Prozesses der Wieder-Verleiblichung diskutiert, mit der phänomenologischen Wende im Bereich der Disability Studies kontextualisiert und in Bezug auf Maurice Merleau-Pontys Konzepte der Verleiblichung und des Körperschemas gelesen. Die erzählerischen Strategien, die die Autor*innen anwenden, reichen von Autoethnografie über Ratgeberliteratur bis hin zur politischen Perspektive dessen, was G. Thomas Couser als „new disability memoir“ bezeichnet. Dieses Kapitel legt besonderen Wert auf die Themen Race, Sichtbarkeit und Sexualität.