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Hinterhalte auf allen Seiten: Über die Bedingungen feministischer Performance-Kunst in der VR China – Ein sino-deutsches Treffen mit der feministischen Performance-Künstlerin Li Xinmo

  • Raimund Rosarius

摘要

Ausländische Beobachter könnten unterschätzen, wieviel Mut es für eine Künstlerin in China erfordert, sich öffentlich als feministische Künstlerin zu präsentieren. Die Kämpfe, die eine feministische Performance-Künstlerin ausfechten muss, sind noch größer. Eine wichtige Verfechterin der ausdrücklich feministischen Performance-Kunst in China (nüquan zhuyi xingwei yishu) ist die Künstlerin, Kuratorin und Essayistin Li Xinmo (geboren 1976). In Zusammenarbeit mit ihr an zahlreichen Performance-Kunstprojekten und diskursiven Formaten auf dem chinesischen Festland ab 2017 wurde mir bald klar, wie einzigartig ihre Position im Kontext ihres Landes war, wie wichtig ihre Rolle dabei war, eine junge Generation von Künstlerinnen zu ermutigen, den Feminismus in ihrer Arbeit und ihrer Identität als Künstlerinnen zu betonen, anstatt ihn zu verbergen. Als männlicher deutscher Forscher und Künstler (geboren 1989) habe ich erst durch 4 Jahre Forschung begonnen, die rechtlichen, sozialen und kulturellen Einschränkungen zu ergründen, denen Befürworter der feministischen Performance jeden Tag gegenüberstehen. Dieser Text ist ein Experteninterview mit einer der Schlüsselfiguren der feministischen Performance. Er soll einem Leser, der mit diesem hochspezifischen Kontext nicht vertraut ist, helfen, das Dispositiv zu verstehen, im Licht dessen zeitgenössische (und zukünftige) Werke dieser Kunstform entstehen.