Katastrophen und Traumata darstellen: Ein interkultureller Dialog zwischen dem postsozialistischen China und München im Zeitalter der Globalisierung
摘要
Dieses Kapitel untersucht die Rolle, die Kunst bei der Erinnerung an traumatische Ereignisse spielt und wie sie Diskurse inspiriert, die vom Mainstream oder offiziellen Diskursen abweichen. Am Beispiel von Ai Weiweis Remembering (2009) – einer Installation, die an das Erdbeben in Sichuan im Jahr 2008 erinnert – konzentriert sich die Diskussion auf die Fähigkeit des Kunstwerks, die Angst und Wut der Unterdrückten an die Welt außerhalb des chinesischen Festlandes zu kommunizieren. Der Ausstellungsort, das Haus der Kunst in München, Deutschland, trägt zur mehrschichtigen Bedeutung des Kunstwerks bei, indem er kollektive Erinnerungen an menschliches Leiden wachruft und den Gedanken an die Wiederholung historischer Ereignisse. In einem solchen Umfeld wird die massive Zerstörung durch das Erdbeben weitgehend als Folge menschlicher Nachlässigkeit und bürokratischer Korruption interpretiert, was wiederum die Erinnerung an die Ausbeutung und das Opfern von Menschen im Namen nationaler Herrlichkeit oder ethnischer Überlegenheit evoziert. Durch diese gemeinsame künstlerische Erfahrung wird ein interkultureller Dialog gefördert.