Martin Heidegger und Daoismus im Dialog
摘要
Der deutsche Philosoph Martin Heidegger ist einer der wenigen westlichen Denker, die ein ernsthaftes Interesse an der chinesischen Tradition des Daoismus zeigen – er versuchte sogar, den kanonischen Text Daodejing mit Hilfe eines chinesischen Gelehrten ins Deutsche zu übersetzen. Obwohl sein Übersetzungsversuch nicht erfolgreich war, wird seine kongeniale Lektüre von Laozi und Zhuangzi als kreative Aneignung einer philosophischen Schule aus einer anderen kulturellen Tradition angesehen. Unter Bezugnahme auf aktuelle Diskussionen in der Heidegger-Forschung wird dieser Artikel Heideggers Interpretation einiger Schlüsselkonzepte des Daoismus behandeln, einschließlich „Leere“ [emptiness], „Nutzlosigkeit“ [uselessness] und „Nichts“ [nothingness]. Dies wird das Ausmaß zeigen, in dem daoistisches Denken eine neue Möglichkeit für das Verständnis von Heideggers später Philosophie bietet, insbesondere die Frage des Seins.