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Psychopathie und ihre aktuelle Evolution

  • Janko Međedović

摘要

Dieses Kapitel widmet sich der verhaltensökologischen Analyse von Psychopathie. Zunächst beschreibe ich Psychopathie als ein Verhaltenssyndrom, das aus mehreren Merkmalen besteht (Manipulativität, emotionale Oberflächlichkeit, mangelnde Verhaltenskontrolle und manchmal antisoziales Verhalten) und die prominentesten Instrumente zur Messung von Psychopathie. Danach stelle ich kurz das nomologische Netzwerk der Psychopathie vor, indem ich die Beziehungen zwischen Psychopathie, kriminellem Verhalten, Aggressivität, Gewalt, moralischem Verhalten, sozialen Interaktionen, Psychopathologie, Intelligenz, exekutiver Funktion und Berufswahl darstelle. Genetische, neurobiologische und umweltbedingte Vorläufer der Psychopathie werden ebenfalls beschrieben, wobei der Schwerpunkt auf Misshandlung und Vernachlässigung in der Kindheit als Faktoren, die die Entwicklung von Psychopathie begünstigen, liegt. Evolutionäre Überlegungen zur Psychopathie werden beschrieben: die Rolle von assortativer Paarung, schnellerer Lebensgeschichte und schnellem Lebensrhythmus, Vorhandensein von Psychopathie bei Schimpansen (Pan troglodytes) und die Beziehungen zwischen Psychopathie und Gesundheit. In Anbetracht der Bedeutung des Fortpflanzungserfolgs als zentrale Fitnesskomponente beschreibe ich die Zusammenhänge zwischen Psychopathie und Fruchtbarkeit in einem separaten Unterkapitel. Schließlich analysiere ich die vorhandenen empirischen Daten und zeige die Anwendung von verhaltensökologischen Modellen zur Erklärung des ersten evolutionären Rätsels der Persönlichkeit (die Aufrechterhaltung der interindividuellen Variation im Verhalten) in Bezug auf Psychopathie.