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Evolutionäre Verhaltenswissenschaften

  • Janko Međedović

摘要

Dieses Kapitel behandelt allgemein evolutionäre Verhaltenswissenschaften, sowohl tierische als auch menschliche Disziplinen. Zunächst skizziere ich kurz die historische Entwicklung und grundlegende Forschungsgrundsätze der (tierischen) Verhaltensökologie. Danach stelle ich die menschliche Verhaltensökologie („human behavioral ecology“, HBE) und ihre konzeptionellen Grundlagen dar. Ich verwende das Tsimane Health and Life History Project als Beispiel für ethnografische HBE-Forschung und liefere Argumente für die Existenz natürlicher Selektion in zeitgenössischen menschlichen Populationen. Ich präsentiere Kritiken an HBE und wichtige offene Fragen, einschließlich der Vorwürfe einer starren Sicht auf die menschliche Natur, dem Mangel an Verbindung mit tierischer Verhaltensökologie („behavioral ecology“; BE) und kultureller Evolutionsforschung, einem potenziellen Problem mit Fruchtbarkeitsschätzungen und einem Problem des phänotypischen Glücksspiels. Danach werden die konzeptionellen Grundlagen der Evolutionspsychologie (EP) vorgestellt (die Sicht des Gehirns als Computer, das Prinzip der massiven Modularität, die Umgebung der evolutionären Anpassungsfähigkeit, der adaptive Rückstand und das evolutionäre Missverhältnis, die Suche nach menschlichen Universalien) gefolgt von den wichtigsten Kritikpunkten dieser Disziplin: das Problem, ein Merkmal als Anpassung zu deklarieren, das Problem, evolutionäre Prozesse aus verfügbaren Daten abzuleiten, und das Problem der Umgebung der evolutionären Anpassungsfähigkeit. Schließlich vergleiche ich HBE und EP und hebe sowohl die Unterschiede zwischen den Feldern als auch ihre Komplementarität in der Erforschung der Verhaltensevolution hervor.