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„Kunst hat soviel Chance wie die Form“: Theodor W. Adorno und die Idee einer poetisierten Kultur

  • Ulf Schulenberg

摘要

Die Idee einer postmetaphysischen oder poetisierten Kultur von Richard Rorty wurde noch nie in Verbindung mit dem Werk von Theodor W. Adorno diskutiert. Im Allgemeinen ist eine Diskussion über die Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden Philosophen noch ein Desideratum. In diesem Kapitel klärt Schulenberg, ob Adornos Denken zur Etablierung einer poetisierten Kultur beigetragen hat. Dies impliziert auch die Frage, ob es möglich ist, Adorno als antifundamentalistischen Theoretiker zu bezeichnen. Die Analyse ist in zwei Teile gegliedert. Zunächst diskutiert Schulenberg Adornos Kritik an der prima philosophia und dem traditionellen Begriff der philosophischen Wahrheit. Im zweiten Teil argumentiert Schulenberg, indem er Adornos Idee der ästhetischen Form sowie seine Vorstellung vom Wahrheitsgehalt des Kunstwerks als einen der wichtigsten Begriffe seines ästhetischen Denkens analysiert, dass Adorno die traditionelle Vorstellung von philosophischer Wahrheit nicht radikal ablehnt, sondern vielmehr eine rekonstruierte Version davon entwickelt. Die Verbindung, die er zwischen ästhetischer Form und Wahrheit herstellt, findet sich nicht in Rortys Denken. Folglich kompliziert Adornos Denken die Vorstellung einer antifundamentalistischen Erzählung von Fortschritt und Emanzipation.