Voreingenommenheit, Vorurteile und Scham in der prädiktiven Polizeiarbeit: Aktueller Stand der Technik und mögliche Interventionen
摘要
Dieses Kapitel befasst sich mit Vorurteilen, Voreingenommenheiten und Scham im Kontext der vorhersagenden Polizeiarbeit. „Predictive Policing“ in der Kriminalprävention und Kriminalwissenschaft hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und ist in einigen soziokulturellen Kontexten zu einer bevorzugten Technik geworden, um Straftaten zu verhindern und potenzielle Verdächtige und Opfer aufzuspüren, bevor die Straftat geschieht. Bei der vorhersagenden Polizeiarbeit werden spezielle Computerprogramme, Algorithmen und Big Data eingesetzt. Kritische Stimmen haben darauf hingewiesen, dass diese Programme in hohem Maße vorurteilsbeladen sind, insbesondere gegenüber Angehörigen von Minderheitengruppen. Es wird angenommen, dass solche Programme Tatorte auf der Grundlage rassistischer, geschlechtsspezifischer und stigmatisierender Kategorien vorhersagen, die in früheren Datensätzen und Programmierungsfehlern gefunden wurden. Von Computerprogrammen als potenzielle*r Täter*innen oder potenzielles Opfer eingestuft zu werden – sei es durch persönliche Zuschreibung oder aufgrund des Tatorts – kann bei der betreffenden Person Scham hervorrufen. Frühere Forschungen haben gezeigt, dass sich Scham oft negativ auf das Individuum auswirkt. Sie kann jedoch auch positiv sein, wenn sie als „reintegrative Scham“ verstanden wird oder wenn sie in Richtung persönliches Wachstum und Entwicklung transformiert werden kann. Ziel dieses Kapitels ist es, über die Zusammenhänge der beschriebenen Konzepte im spezifischen Kontext nachzudenken, eine moderne Intervention vorzustellen und auf der Grundlage der gezogenen Schlussfolgerungen über einen möglichen Weg in die Zukunft nachzudenken.