Die Folgen der Devirtualisierung von Online- zu Offline-Räumen in der realen Welt: Die Rolle der Scham als Ressource im Ehrenmord an Qandeel Baloch
摘要
Die sozialen Medien bieten Online-Räume, in denen Einzelpersonen Proteste artikulieren können, die weniger durch kulturelle Offline-Einflüsse eingeschränkt werden können. Die unscharfe Grenze zwischen diesen beiden Räumen, deren Durchlässigkeit von kontextuellen Faktoren abhängt, bedeutet jedoch, dass eine vollständige Trennung zwischen den beiden Bereichen illusorisch ist. Die Natur einer solchen Grenze hängt wahrscheinlich von einer Reihe von Faktoren ab, nicht zuletzt von der Kultur. Wir untersuchen die Rolle der Scham in Online- und Offline-Räumen sowohl für Qandeel Baloch, einem pakistanischen Social-Media-Star, die sich gegen die Unterdrückung von Frauen in Pakistan einsetzte, als auch für ihren Bruder Waseem, der sie bei einem verhängnisvollen Ehrenmord tötete. Wir argumentieren, dass ihre erzwungene entvirtualisierte Präsenz im Offline-Raum der pakistanischen Ehrenkultur in besonderem Maße zu ihrem Untergang beigetragen hat. Neben dem entscheidenden Einfluss der Ehrenkultur bei diesem Mord bewerten wir auch die möglichen Auswirkungen von Kampf-, Flucht- und Schreckreaktionen auf die soziale Bedrohung durch Scham, die jeweils mit Wut, Angst und Depression korrespondieren, sowie die Auswirkungen von Publikum, relationaler Mobilität und sozialem Status. Darüber hinaus untersuchen wir das Zusammenspiel zwischen diesen Faktoren und der Nutzung von Scham als Ressource.