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Beschämung im Internetzeitalter: Die reintegrative Funktion der Scham in digitalen Räumen

  • Grace Maria Jochan,
  • Trina Banerjee

摘要

Shaming, eine uralte Technik der Denunziation, ist der Prozess, bei dem zwei Gruppen von Menschen, die, die Scham ausdrücken, und die, die Scham empfangen, miteinander sprechen, wobei die letztere der anderen mitteilt, dass sie „unehrenhaft und des Respekts als gleichwertige Person unwürdig“ ist. Das Internet-Zeitalter, insbesondere die Anfänge der sozialen Medien, hat unsere Vorstellungen von der Wirklichkeit revolutioniert und die Menschheit auf eine neue Ebene der Erforschung, Vielfalt und Vernetzung gebracht. Der technologische Fortschritt hat die Welt zu einem kleinen globalen Dorf zusammengeschweißt, in dem jede*r jede*n kennt. Andererseits ist die metaphorische Analogie Foucault*s, das Panoptikum, mit dem Internet als Medium der digitalen Überwachung und der Privatsphäre, einem fragwürdigen Gut, mehr oder weniger zur Realität geworden. Beschämendes Verhalten hat ebenfalls neue, qualvolle Ausdrucksformen gefunden und zu Neologismen wie Internet-Shaming, digitalem Lynchmob und digitalem Vigilantismus geführt. Die historischen und zeitgenössischen Begriffe Individualismus-Kollektivismus und die dynamische kosmopolitische Kultur und ihr Einfluss auf das Verhalten in den sozialen Medien müssen ebenfalls untersucht werden, wenn wir uns mit Shaming-Verhalten beschäftigen. In diesem Kapitel wird anhand von Überwachungstheorien und Schamtheorien untersucht, wie digitale Werkzeuge die disziplinarische Überwachung in einem größeren sozialen Raum verstärken. Das Kapitel geht von einer qualitativen axiologischen Annahme aus, um das Konzept der Scham zu verstehen, und stellt die Frage, ob sie ein unausweichliches notwendiges Übel ist, das das soziale Gefüge zusammenhält.