Naming und Shaming im Cyberspace: Formen, Auswirkungen und Gegenstrategien
摘要
Die öffentliche Bloßstellung durch Naming und Beschämung im Cyberspace ist zu einem wichtigen Nebeneffekt der fortschreitenden Digitalisierung und Technologisierung der Vierten industriellen Revolution (4IR) geworden. Dieses Kapitel gibt Einblicke in das Beschämung im digitalen Raum und präsentiert einen Überblick über Formen, Auswirkungen, Strategien und Gegenstrategien des Shaming im Kontext des technologischen Wandels und Fortschritts aus verschiedenen kulturellen Perspektiven auf individueller, sozialer und globaler Ebene. In diesem Kapitel stellen die Autorinnen zeitgenössische Debatten über Shaming im 4IR vor und beziehen sich dabei auf Formen des Shamings, die zur Verstärkung sozialer Normen eingesetzt werden. Einerseits geben die Autorinnen einen Einblick in das Online-Shaming und seine speziellen Formen, wie das Slut-Shaming (die Bloßstellung und Beschämung von Personen für ihr wahrgenommenes oder tatsächliches Sexualverhalten) und das Body-Shaming, zum Beispiel die „pro-Ana“- (Anorexia nervosa) und „pro-Mia“-Bewegungen (Bulimia nervosa), die Essstörungen verherrlichen und mit Scham und Beschämung verknüpft werden. Andererseits stellen die Autorinnen fest, dass die Darstellung von selbstverletzendem Verhalten derzeit ein starker Trend im Internet ist. Ritzen, Schnippeln und Schneiden werden als Lebensstil verherrlicht, ebenso wie die Zunahme von Anleitungen, Ankündigungen und Verabredungen zum Selbstmord, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Die Autoren gehen der Frage nach, wie sich die Scham auf diese im Internet beschriebenen Verhaltensweisen auswirkt.